Mehr Gehalt ansprechen fällt vielen Frauen schwer. Oft steht dahinter die Sorge, unbescheiden zu wirken oder die gute Beziehung zur Führungskraft aufs Spiel zu setzen. Dieser Beitrag zeigt, was die Zahlen sagen, mit welchem Mythos die Forschung aufräumt und wie Sie sich auf Ihre Gehaltsverhandlung vorbereiten.
Gehalt und Frauen: die Verdienstlücke in Zahlen
Frauen verdienten 2025 im Schnitt 22,81 Euro brutto pro Stunde, Männer 27,05 Euro. Das ist ein Unterschied von 16 %. Rund 60 % dieser Lücke lassen sich erklären, vor allem durch Teilzeit, Berufe und Branchen sowie das Anforderungsniveau der Stelle. Auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation bleibt ein Abstand von 6 %.
Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern 2025
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 453 vom 16. Dezember 2025
Das Statistische Bundesamt nennt die 6 % eine Obergrenze für Benachteiligung, weil zum Beispiel Angaben zu Erwerbsunterbrechungen fehlen. Klar ist trotzdem: Wer einmal mit einem niedrigeren Gehalt einsteigt, nimmt diesen Abstand oft über Jahre mit.
Der Mythos: „Frauen fragen einfach nicht“
Lange hieß es, Frauen verdienten weniger, weil sie nicht verhandeln. Eine Studie mit repräsentativen Daten aus Australien kam zu einem anderen Ergebnis: Frauen fragten genauso oft nach einer Gehaltserhöhung wie Männer, bekamen sie aber seltener (Artz, Goodall & Oswald (2018), Industrial Relations 57(4)). Es geht also nicht nur darum, ob Sie fragen, sondern auch, wie gut Sie vorbereitet sind und wie Sie mit einem Nein umgehen.

So bereiten Sie Ihre Gehaltsverhandlung vor
- Marktwert kennen: Tarifverträge, Gehaltsvergleiche und Gespräche im Netzwerk geben Ihnen eine realistische Spanne.
- Erfolge sammeln: Notieren Sie, was Sie im letzten Jahr erreicht, übernommen oder verbessert haben, möglichst mit Beispielen.
- Eine konkrete Zahl nennen: Starten Sie mit einem klaren Betrag am oberen Ende Ihrer Spanne.
- Alternativen überlegen: Weiterbildung, Arbeitszeit, Homeoffice oder ein fester Termin für die nächste Runde.
- Das Gespräch üben: Laut, mit einer vertrauten Person, inklusive der schwierigen Einwände.
Wer in der Verhandlung souverän auf Einwände reagieren will, findet Techniken im Beitrag Schlagfertigkeit für Frauen. Den größeren Rahmen beschreibt Karriere als Frau und Karrierecoaching.
Gehaltsverhandlung als Frau: was im Kopf passiert
Viele Frauen wissen genau, was sie leisten, und trauen sich trotzdem nicht, es einzufordern. Dahinter stehen oft alte Sätze wie „Bescheidenheit ist eine Tugend“ oder „Gute Arbeit spricht für sich“. Hier setzt Coaching an. Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag Selbstwert stärken.
Im Coaching für Frauen bereiten Sie mit Claudia Bartsch Ihre Verhandlung vor: Sie klären Ihre Ziele, üben schwierige Momente und lösen die inneren Bremsen, die Sie bisher zurückgehalten haben.
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?
Gute Anlässe sind das Jahresgespräch, eine neue Aufgabe oder ein abgeschlossenes Projekt. Bitten Sie um einen eigenen Termin, statt das Thema nebenbei anzusprechen.
Was tun, wenn die Antwort Nein ist?
Fragen Sie nach den Gründen und was Sie bis wann erreichen müssten. Vereinbaren Sie einen festen Termin für die nächste Runde und halten Sie das schriftlich fest.
Gut vorbereitet ins Gehaltsgespräch: Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch mit Claudia Bartsch. Mehr unter Coaching für Frauen.