Supervision per Video-Call ist für viele Teams und Fachkräfte längst Alltag: keine Anfahrt, Termine lassen sich leichter in den Dienstplan legen, und auch verteilte Teams können zusammen arbeiten. Die Frage ist nicht mehr, ob Online-Supervision funktioniert, sondern unter welchen Bedingungen sie gut funktioniert. Dieser Beitrag zeigt, welche Formate sich online eignen, wie eine Online-Sitzung bei mir abläuft und worauf es ankommt, damit im digitalen Raum echter Austausch entsteht.
Welche Formate online gut funktionieren
Nach meiner Erfahrung sind kleinere Formate online gut machbar, bis etwa 20 Personen. Das umfasst die Einzelsupervision, die Supervision für Leitungskräfte, die Fallsupervision in kleinen Gruppen und die Teamsupervision für die meisten Teams. Bei größeren Gruppen wird es online schwer, alle einzubeziehen; dann ist ein Termin vor Ort oder eine Aufteilung in Kleingruppen sinnvoller. Welche Formate es gibt und wie sie sich unterscheiden, lesen Sie auf der Seite Supervision und Teamsupervision. Wie eine Fallsupervision abläuft, zeigt der Beitrag Fallsupervision: Ablauf an einem Beispiel.
Viele Teams nutzen eine Mischung: Der Auftakt findet vor Ort statt, damit man sich persönlich kennenlernt, die Folgetermine laufen online. Auch das umgekehrte Modell ist möglich, wenn ein Konflikt eine Sitzung im selben Raum braucht.
- Online: Einzelsupervision und Gruppen bis etwa 20 Personen, ohne Anfahrt, deutschlandweit.
- Vor Ort: größere Teams, Klausurtage, Situationen, in denen gemeinsame Präsenz im Raum wichtig ist.
- Hybrid: Auftakt vor Ort, Folgetermine online, oder umgekehrt.
So läuft eine Online-Supervision ab
Online braucht eine Sitzung etwas mehr Struktur als im Raum, besonders am Anfang. So gehe ich vor:
- Begrüßung: Alle kommen an, ich begrüße jede Person einzeln. Das klingt selbstverständlich, ist online aber der Moment, in dem aus Kacheln auf einem Bildschirm eine Gruppe wird.
- Technik prüfen: Ton, Bild, Verbindung. Lieber zwei Minuten am Anfang als zehn Minuten Unterbrechung mitten im Gespräch.
- Regeln für die Sitzung: Wir vereinbaren, wie wir online miteinander arbeiten: Kamera an, Mikrofon aus, wenn man nicht spricht, wie man sich meldet, und dass niemand nebenbei andere Dinge erledigt. Vertraulichkeit gilt online genauso wie im Raum.
- Persönliche Ebene finden: Eine kurze Runde, wie es jedem geht und was ihn gerade beschäftigt. Online fehlt das Gespräch auf dem Flur; diese Runde ersetzt es.
- Fragen stellen: Systemische Fragen öffnen das Thema und holen unterschiedliche Sichtweisen ein, gezielt auch von denen, die online leicht untergehen.
- Interaktion ermöglichen: Kleingruppen in separaten Räumen, kurze Runden, in denen jede Person zu Wort kommt, gemeinsames Notieren. Ziel ist, dass nicht nur zugehört, sondern miteinander gearbeitet wird.
Wie eine Supervision insgesamt aufgebaut ist, vom Erstgespräch bis zum Abschluss, beschreibt die Seite Phasen der Supervision.
Was online anders ist
Online sieht man weniger: Körpersprache, Blicke untereinander und Stimmungen im Raum sind schwerer wahrzunehmen. Deshalb frage ich häufiger nach, mache Stimmungen ausdrücklich zum Thema und achte darauf, dass auch stille Teilnehmer zu Wort kommen. Dafür hat Online-Supervision Vorteile, die Präsenztermine nicht bieten: Teams an verschiedenen Standorten können gemeinsam arbeiten, Schichtdienste lassen sich besser abstimmen, und die Hemmschwelle für Einzelsupervision ist für manche niedriger, weil man aus der eigenen gewohnten Umgebung teilnimmt.
Wichtig für Sie als Teilnehmende: ein ruhiger Raum, in dem Sie ungestört sprechen können, ein stabiler Internetzugang und ein Gerät mit Kamera und Mikrofon. Den Zugangslink zum Video-Call erhalten Sie vor dem Termin per E-Mail. Mehr dazu unter Online-Beratung.
Online-Supervision für Teams beantragen
Für den Träger macht es kaum einen Unterschied, ob Supervision online oder vor Ort stattfindet; online entfallen Fahrtkosten und oft auch Fahrtzeit. Wie Sie Supervision beantragen, lesen Sie im Beitrag Teamsupervision beantragen, was sie kostet im Beitrag Was kostet Supervision?. Online-Supervision ist auch ein guter Weg, bei Konflikten eine neutrale Begleitung zu finden, wenn vor Ort niemand Passendes erreichbar ist; wann Supervision und wann Mediation passt, zeigt der Beitrag Mediation oder Supervision?.
Häufige Fragen
Ist Online-Supervision vertraulich?
Ja, Vertraulichkeit gilt online wie im Raum. Gespräche werden nicht aufgezeichnet, und zu Beginn vereinbaren wir, dass alle in einem ungestörten Raum sitzen.
Wie lange dauert eine Online-Sitzung?
Einzelsupervision in der Regel 60 Minuten, Teamsupervision je nach Teamgröße 90 bis 180 Minuten. Bei längeren Sitzungen plane ich online kurze Pausen ein.
Geht Supervision auch telefonisch?
Für Einzelsupervision ja. Für Gruppen ist ein Video-Call besser, weil Sehen und Gesehenwerden das gemeinsame Arbeiten erleichtert.
Online-Supervision für Ihr Team: Ob Einzelsupervision, Fallsupervision oder Teamsupervision bis etwa 20 Personen: Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob online, vor Ort oder hybrid am besten passt, deutschlandweit. Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.